Kinder in Entscheidungsprozesse einzubeziehen, ist ein zentraler Bestandteil einer kinderrechtsorientierten Praxis. Eine sorgfältig durchgeführte Kindesanhörung erfordert sowohl kommunikative als auch reflexive und ethische Kompetenzen.
Diese Weiterbildung bietet eine enge Verknüpfung von Praxiserfahrung, Theorie, Reflexion und Übung. Die Teilnehmenden werden darin unterstützt, ihre Handlungssicherheit zu stärken und eine Haltung zu entwickeln, die das Kind als eigenständige Person mit eigener Perspektive ernst nimmt.
Ziele
Die Teilnehmenden ...
- erhalten einen Überblick über die zentralen Elemente einer Kindesanhörung;
- üben sich in einer kindgerechten Gesprächsführung und reflektieren ihre eigene Haltung;
- wissen, worauf in Vorbereitung, Durchführung und Auswertung zu achten ist und
- verstehen, wie die Ergebnisse in den weiteren Entscheidungsprozess einfliessen können.
Inhalte
- Elemente einer Kindesanhörung: Vorbereitung, Settingwahl und Ablauf
- Grundlagen der Gesprächsführung mit Kindern unterschiedlichen Alters
- Äusserungen von Kindern verstehen und einordnen: der Kindeswille im Kontext
- Reflexion der eigenen Haltung und Rolle hinsichtlich des Partizipationsrechtes des Kindes.
Dauer
- 1 Kurstag und 2 Supervisionen à 2.5 Stunden
- Die Daten der Supervisionen werden in der Kursgruppe festgelegt.
Zielgruppe
Diese Weiterbildung richtet sich an Fachpersonen der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB) sowie von Gerichten, die Anhörungen mit Kindern durchführen. Die Kursgruppe umfasst maximal 20 Teilnehmende.
Dozentin
Sabine Brunner, Mitglied des MMI-Beratungsteams, verfügt über langjährige Erfahrung in der Durchführung delegierter Anhörungen. Zudem ist sie Autorin einer Publikationsreihe zum Thema «Kindesanhörungen», die das MMI in Zusammenarbeit mit UNICEF Schweiz und Liechtenstein herausgibt. Die Psychologin und Psychotherapeutin vermittelt den Teilnehmenden in diesem Kurs ihr fundiertes und praxisnahes Fachwissen.
«Kinder anhören – dazu braucht es weniger die Fachkompetenz der anhörenden Person als vielmehr echtes Interesse am Erleben des Kindes sowie den Willen, sich für seine Anliegen einzusetzen. An dieser Haltung wird im Kurs praxisnah gearbeitet, so dass die Teilnehmenden gestärkt eine Kindesanhörung angehen können.»